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Die Provence - Mai 2001

(Kurzreise vom 27. 5. - 2. 6. 2001)

(Die Fotos sind aus Prospekten und von Postkarten - Ein paar davon kann man zum Vergrößern anklicken, dann wieder zurück mit Mausklick auf das Bild)

Empfohlene Führer und für Normalreisende bestens geeignet:

"Der Grüne Reiseführer" Provence, Michelin-Verlag ISBN 2-06-000063-7
Marco Polo: "Provence" - Reisen mit Insidertipps ISBN 3-8297-0056-3
Dumont Reisetaschenbuch "Provence" ISBN 3-7701-2853-2
Weitere Hinweise am Ende des Berichts !!!

Hier geht es zur Übersicht über das von uns bereiste Gebiet

Sonntag 27. 5. 2001

Um 7. 40 Uhr ging es in Weilheim/Teck los. Die Autobahn war frei und so gelangten wir nach 2 Stunden an die französische Grenze bei Mulhouse. Von dort weiter freie Fahrt in den Süden (viel Sonne, Klimaanlage unseres Autos im Dauereinsatz) über Besançon, Dole, Bourg-en-Bresse, Lyon, Valence, Montélimar, Orange nach Avignon. Bei Vienne (zwischen Lyon und Valence) haben wir einen tollen Autobahnrastplatz entdeckt, mit kleinem Fluss und viel Tischen und Bänken im Schatten - "Air d'Auberives". Bei Avignon verließen wir die Autobahn und fuhren Richtung Osten nach "L'Isle sur la Sorgue" , wo wir um 16.00 Uhr eintrafen.Plan von L'Ile sur la Sorgue Unser Hotel haben wir zur eigenen Überraschung sofort ohne Fragen gefunden, obwohl es sehr versteckt außerhalb des Ortes liegt. Das Hotel "Pescador" (Logis de France) befindet sich an der "Partage des Eaux" (Teilung der Wasser), einer wunderschönen Ecke mit vielen Bäumen und dem Flüsschen "Sorgue", das sich direkt vor dem Hotel in 2 Arme teilt.



Es erwartete uns außerdem eine schöne Gartenlokalanlage.Hotel Pescador - Blick aufs Wasser vor dem HausGartenlokal des Hotels Das ganze Hotel befand sich im Stress, alle Plätze im Restaurant und im Gartenlokal waren besetzt - es war zu unserer völligen Überraschung Muttertag in Frankreich (immer letzter Sonntag im Mai). Wir machten nach dem Bezug des Zimmers einen Spaziergang entlang der malerischen Sorgue in den Ort L'Isle sur la Sorgue (Gehzeit ca. 30 Minuten). Ein tolles Städtchen mit viel Wasser, zahlreichen Mühlrädern jeder Größe, endlos Antiquitäten- und Künstlerläden und dem bekannten Provenceflair. An einem Automaten haben wir noch schnell Geld geholt, anschließend am Ufer der Sorgue in einem der vielen Lokale einen Kaffee getrunken und sind dann wieder gemütlich ins Hotel zurückspaziert. Erster Eindruck: Der Ort und das Hotel waren durch meine Frau Elisabeth gut gewählt worden. Man(n) muss halt die Reiseprofis entscheiden lassen. Am Abend gab es dann, da Muttertag war, das "Menue de la Fête de Mères": Vorspeise nach Wahl aus 28 verschiedenen Angeboten und Fischsuppe mit Baguette, Knoblauch, Rouille und geriebenem Käse, wie es sich gehört für Frankreichs Süden. Wir aßen die Fischsuppe und holten zweimal Vorspeisen (Champignons in Koreander, Crevetten, Paprika mit Muscheln, Selleriesalat mit Mayonnaise u. a.) Man konnte holen so viel und so oft man wollte. Der Hauptgang bestand aus Lachs in Basilikumsoße, Zander in Steinpilzsoße, außerdem von uns nicht gewählt, Lammkeule und Entenkeule. Mühlrad vor dem Hotel Beilage waren Reis, Grilltomaten, gegrillte Gemüse-Pilz-Eier-Pastete. Gut waren auch der Käseteller mit Olivenbrot sowie die Kuchenvariation als Dessert (Schokokuchen, Baba-au-Rhum, Eclaire, Himbeerquarktorte). Getränke neben dem in Frankreich üblichen Wasser waren Weißwein der Gegend, Kaffee und Mineralwasser. Ein kleiner Verdauungsspaziergang an der "Partage-des-Eaux" und ein abschließendes Bier an der Theke beendeten den Abend.

Montag 28. 5. 2001

Das Frühstück bestand, wie meist in Frankreich üblich und "kontinental" genannt aus Croissants, verschiedenen Marmeladen, Honig, Kaffee (mit warmer Milch), Baguette und Fruchtsaft. Um 9.30 Uhr starteten wir zu unserem ersten Ausflug dieses Urlaubs nach "Fontaine-de-Vaucluse".Fontaine de Vaucluse-Quelle der Sorgue Dies ist die angeblich größte Quelle Europas. Zwischen hohen Felsen gelegen schüttet sie Unmengen von Wasser (je nach Jahreszeit!!) aus, welches direkt danach malerisch über Felsen ins Tal strudelt. Ein "Muss", wenn man in dieser Gegend ist. Dort gibt es zusätzlich eine Papiermühle, welche durch das Wasser angetrieben wird. Das Wasserrad treibt eine Welle mit Nocken an, diese heben Holzhämmer, welche die Holzfasern zu Papierbrei zerstampfen. Das dort hergestellte Papier verwenden Künstler für Drucke und Malereien. Eine Spezialität ist die Herstellung von Papier mit eingeschlossenen Blüten und Pflanzenteilen typischer Provencegewächse. Weiter gings nach "Gordes", einer auf einem Felsvorsprung hoch oben malerisch gelegenen Stadt (ein zweites Muss, wenn man dort in der Nähe ist). Man trifft dort außer vielen Touristen auch den Reichtum in den umliegenden Hotels. GordesEs ist wieder ein typisches Provenceambiente und wurde von vielen Künstlern auf Leinwand festgehalten. Im klimagekühlten Auto durchfuhren wir schöne Landschaft und kamen zum Kloster "Abbaye de Sénanque", einem tief in einem Tal gelegenen Zisterzienserkloster (12. Jahrhundert), das mittlerweile wieder von 6 Mönchen belebt wird (Lavendelanbau).

Abtei von Sénanque
Gerade rechtzeitig vor dem großen Touristenansturm (Busse) verließen wir den "ruhigen" Ort und fuhren über "Venasque" (das wir später noch ein 2. Mal besucht haben) nach Hause. Wir duschten uns den Schweiß des Tages ab. Bei einem Bier schrieb ich das Tagebuch auf der Gartenterrasse und wartete auf das Essen (gab es immer ab 19.30 Uhr). Menue à la Carte (im "Pescador" übrigens immer bei Halbpension): Aperitif vom Chef (Melonenlikör "Melonpepo" mit Weißwein gemischt), Vorspeisen wie gestern, aber diesmal haben wir die Suppe richtig gegessen (Empfehlung eines Dauergastes im Hotel, der uns zugeschaut hat): Brot mit dem Knoblauch einreiben, Rouille und Reibekäse darüber, dann das Ganze in der Suppe versenken. Als Hauptgericht wählten wir Lammkeule mit Knoblauchsoße, Kartoffelwürfel, Grilltomate und grünem Spargel im Speckmantel. Coquilles St. Jacques in Safransoße und den gleichen Beilagen wie beim Lamm, aber mit Reis statt Kartoffeln. Dessert: Coupe Comptoise (Kirschenparfait mit Kirschlikör), Nougatglacée (bei uns bekannt als Türkischer Honig, nur weicher) auf Fruchtspiegel. Kaffee, offener Rosée-Wein (Maison) waren die Getränke. Zum Verdauen einen Marc de Garlaban auf Empfehlung des Sohnes vom Chef ("Nicht den für die Touristen"). Ausklang des Tages bei einem Bier an der Bar mit Chef, Koch aus der Normandie und Hilfskoch aus Paris (eigentlich Italiener).

Dienstag 29. 5. 2001

Es gab das gleiche Frühstück wie am Vortag. Danach bei blauem Himmel Abfahrt nach "Oppède-le-Vieux", einer verlassenen Stadt mit Kirche und Burg auf einem Hügel mit atemberaubendem Ausblick über die Provencelandschaft Richtung "Mont Ventoux".Oppède-le-Vieux Der Parkplatz liegt etwas unterhalb der Stadt und kostet 13 Franc, welche sich aber lohnen. Der Platz bot Schatten und der Fußweg durch eine wunderschön gepflegte Terrassenparkanlage hinauf zum Ort ist diese 13 Franc allemal wert. Ein kleines Getränk in der einzigen Gaststätte im Ort beendete diesen Aufenthalt. Weiter ging's nach "Ménerbes". MenerbesDort gab es aus unserer Sicht nicht viel zu sehen, es lag halt auf der Strecke. Allerdings haben wir nach einem kurzen Rundgang in dem beschatteten Terrassenrestaurant "Le Galoubet" eine kleine Mahlzeit eingenommen: Salatteller, Lamm mit Tapenade (Gemüsemischung mit Olivensoße). Auf dem Weg nach "Lacoste" gibt es völlig abseits und nur über einen holprigen Schotterweg erreichbar eine alte Abtei - "Prieuré de St. Hilaire". Viel Charme, sehr arm und alles kostenlos zu besichtigen. Es muss noch schwer renoviert werden, lohnt aber wegen seiner Lage und Ausstrahlung einen kurzen Besuch.Lacoste Wir näherten uns "Lacoste" von der Bergseite aus und gelangten direkt zum Schloss. Die alten Mauern und Ruinen strahlen viel Vergangenheit aus. Das Wissen darüber, dass hier der berüchtigte "Marquis de Sade" (siehe Sadismus) dort viele Orgien gefeiert hat, gab dem Ganzen noch zusätzliche Würze. Auch hier faszinierte der Blick übers hügelige Land hinüber nach "Bonnieux", unserem nächsten Ziel.Bonnieux Dieser Ort ist größer als die zuvor an diesem Tag besuchten Orte, aber uns war es für eine Begehung einfach zu heiß (37°C im Mai!). Das klimatisierte Auto fanden wir angenehmer, daher durchfuhren wir diesen Ort und landeten oben auf dem Gipfel am Friedhof, den wir dann auch anschauten. Andere Völker, andere Sitten - am Friedhof kann man das besonders gut sehen. Die Aussicht für die Toten dort oben war auf jeden Fall perfekt. Mit der Hoffnung auf einen schattigen Parkplatz fuhren wir langsam nach "Apt". Unser Wunsch ging in Erfüllung und so fanden wir einen Parkplatz direkt in der Stadtmitte bei der Fußgängerzone. In dieser gab es eine Unmenge netter kleiner Geschäfte. Die Straße lag im Schatten und so war der 'Ladenbummel' erträglich. Sehr interessant ist die Unterwelt der Kirche, auf die man automatisch trifft. Zwei Krypten untereinander sind selten und besonders an diesem Tag erholsam kühl. Als Belohnung gönnten wir uns nach langem Zögern noch ein teures Eis in frisch gebackener Waffel: Nougat (bei uns 'Türkischer Honig' genannt) und Eis mit den in dieser Gegend bekannten kandierten Früchten - beides eine Spezialität dieser Gegend und dringend zu empfehlen. Zurück zum Hotel im Feierabendverkehr und unter die Dusche. Ein kühles Bier und das Tagebuch schreiben dienten der Entspannung. Essen heute: Vorspeisen wie immer nach Wahl. Entenkeule in Morchelsoße, Bouillabaise à la Pescador (nicht überzeugend, Brühe musste nachgefüllt werden). Besser dann das Dessert: Eiskaffee und Cassis mit Marc. Getränke wie am Vortag (1 Liter Rosée, Mineralwasser, Kaffee).

Mittwoch 30. 5. 2001

Um es vorweg zu nehmen - es war nicht unbedingt mein Tag. Schuld daran hatte einerseits die große Hitze (wieder weit über 30°C), andererseits die Verkehrssituation in den größeren Städten. Wobei wir beim Thema wären. Die Reise ging heute nach "Aix-en-Provence" (der Partnerstadt von Tübingen) und weiter ans Meer nach "Cassis". In "Aix" kostete uns die Parkplatzsuche schon mal locker 45 Minuten.Aix - L'Église de la Madeleine Ein Tip für alle Reisenden ist der Parkplatz beim Bahnhof, der meist freie Plätze bietet und auch nicht teurer ist als die anderen. Von dort geht es dann zu Fuß in 10 Minuten ins Zentrum der Stadt. Die Wiedererkennungstour (Elisabeth war vor 30 Jahren schon mal da) konnte beginnen und brachte uns ins "Deux Garcons", Café Deux Garcons - Aus Marco Polo-Reiseführer einem berühmten und sehr stilvollen Café und Restaurant aus dem 18. Jahrhundert. Es befindet sich in der Flanierstraße "Cour Mirabeau", die zur Zeit heftig renoviert wird. Große Freude brachte uns das Beobachten der vorbeigehenden Menschen aller Klassen, Rassen und Ausprägungen. Ein Bummel durch die Altstadt ist empfehlenswert, zum Einkaufen in den dort anzutreffenden Edelläden ist allerdings ein großer Geldbeutel nötig. Ein Abstecher zum außerhalb gelegenen "Atelier Cezanne" wurde vor Ort abgebrochen, weil es noch geschlossen war (Mittagspause) und mir der angebotene Parkplatz nicht "diebstahlsicher" erschien. Aix ist eigentlich ein Aufenthalt von mehreren Tagen wert, wir wollten aber weiter ans Meer und verschoben weitere Besichtigungshöhepunkte auf einen späteren Zeitpunkt. So fuhren wir also weiter nach Cassis, einem malerisch gelegenen Fischer- und Touristenstädtchen am Mittelmeer. Cassis - Hafen und BurgStrand Richtung OstenDort setzten wir uns ins Strandcafé unter einen Sonnenschirm und schauten lange hinaus aufs Meer und auf die vielen "Barbusigen". Ein Spaziergang durch den Ort beendete am Spätnachmittag unseren Aufenthalt am Meer. Auf der Rückreise wollten wir in der berühmten "Etappe des Frères Lani" essen, aber die lange Suche (Umleitungen, schlechte Beschilderung) war so entnervend, dass ich schließlich angekommen nicht mehr bereit war, mitten in der Prärie neben einer Schnellstraße nochmals 1,5 Stunden zu warten, bis man mit dem Essen beginnen konnte. So fuhren wir nach "St. Rémy" und wollten das Hotelrestaurant testen, in dem wir uns am Freitagabend mit unseren Nachbarn treffen sollten, da diese gleichzeitig in dieser Gegend Urlaub machten. Nach einer wunderschönen Fahrt durch eine viele Kilometer lange Platanenallee kam die große Überraschung: Das Hotel hatte kein Restaurant und diente nur der Übernachtung. Also zurück nach "L'Isle sur la Sorgue", aber nicht in unser Hotel, denn dieses hatte Ruhetag, das Restaurant war geschlossen. So aßen wir im "Le Bouchon", glücklicherweise an einem schönen Tisch direkt an der kühlenden Sorgue und mit guter Qualität: Gemischter Salat mit Meeresfrüchten, Tarte Provençale mit Tapenade, Lamm gebraten mit Ratatouille und Majorankartoffeln, gefüllter Lachs mit Gemüsereis und Ratatouille, Apfelkuchen mit Vanillesoße, Crème Caramel. Abgekämpft und durchgeschwitzt kamen wir zurück, kurze Dusche. Ein Besuch im nachbarlichen Restaurant mit unfreundlicher Bedienung zwecks Aufnahme eines letzten "Gutenachttrunks" beendete den Tag.

Donnerstag 31. 5. 2001

Gut erholt und ausgeschlafen kamen wir nach dem üblichen Frühstück (Ausnahme: statt Croissants gab es Vanille-Rosinen-Schneckennudeln) später weg als sonst. Es war bereits morgens eine drückende Schwüle (wieder über 30°C).Lauris Unsere Rundfahrt hatte als erstes Ziel "Lauris" mit einem tollen Schloss, einer super Befestigungsanlage, vielen idyllischen Gassen und einer prima Aussicht ins Tal. Ein echter Tipp für Provencereisende, welche nicht so viel Trubel ertragen können. Unterwegs machten wir noch einen kleinen Abstecher nach "Mérindol", einem kleinen Ort, den wir vom Auto aus betrachteten (auffällig die vielen Frauen, welche herumstanden, Kaffee tranken, irgend etwas arbeiteten - wo waren die Männer?). Von Lauris ging's weiter nach "Lourmarin",Lourmarin - OrtLourmarin - Schloss einem sehr gepflegten Künstlerort mit tollen Restaurants, einer super Schlossanlage und schönen Kleingeschäften. Einer dieser Läden trat besonders durch sein stilvolles Gesamtbild (Gebäude, Ausstattung, Verkaufsgegenstände) auf: "Artichaut - La vie est belle". Dort kauften wir einen Honigheber, von den sprachverliebten Künstlern "Kekicol" genannt ( http://www.artichaut.com ) . Ein kleiner Spaziergang führte uns zum außerhalb gelegenen Friedhof. Grund dafür war der Besuch des Grabes von "Albert Camus" dem berühmten Schriftsteller ('Die Pest', 'Der Fremde'). Zurückgekehrt in den Ort aßen wir in dem kleinen Gartenrestaurant "Recreation" eine kleine Mahlzeit (Salade Niçoise, Omelett Royale). Bei großer Schwüle fuhren wir durchs Tal der "Aigue Brun" und überquerten dadurch die "Montagne du Luberon". Wir machten einen kurzen Abstecher in das malerisch auf einem Hügel gelegene "St.-Saturnin-lès-Apt". Dort verfuhren wir uns im Ministraßengewirr, mussten kompliziert wenden und begaben uns schnell weiter zum optischen Höhepunkt des Tages - "Roussillon", der durch ihre Farbherstellung von verschiedenen in der Natur vorkommenden Ockertönen bekannten Ortschaft (auch heute noch einer der größten Ockerlieferanten der Welt). Parkplatz und ehemaliges Abbaugebiet kosten natürlich wieder etwas, aber es lohnt sich.

Roussillon mit Blick auf den OrtOckerabbaugebiet von Roussillon
Man sollte sich auf keinen Fall von den angeschriebenen 35 Minuten Fußweg des Rundganges abschrecken lassen. Es erwartete uns ein grandioser Anblick von Hügeln, Höhlen und Hängen in verschiedensten Ockertönen, von fast blutrot bis zu hellem grüngelb. Besonders bei Sonnenschein leuchten diese Farben weithin ins Land. Weiße oder helle Schuhe sind nicht zu empfehlen, man läuft teilweiße im knöchelhohen Ockermehl. Bei Regen ist der Besichtigungsrundgang geschlossen. Mit dem Besuch des I-Punktes und dem Kauf einer Postkarte beendeten wir unseren Ausflug, von der drückenden Schwüle lustlos gestimmt. Ein Gewitter braute sich um Roussillon zusammen, vor dem wir flüchteten. Später haben wir erfahren, dass schwerer Hagel dort große Schäden angerichtet hat, Autos zum Teil verbeult wurden. Im Hotel angekommen duschten wir uns den Schweiß und Ockerstaub vom Körper und entspannten uns bei kühlen Getränken am Ufer der Sorgue im Hotelgarten. Aperitif vom Chef (Melonenlikör mit Weißwein gemischt), Vorspeisen wie immer, jedoch mit vielen neuen Varianten. Lotte mit indischer Soße und Reis, Steak provenciale mit Gemüse, Erdbeeren auf Sahne und Erdbeermelba. Rotwein "Vin d'Été" (wird eiskalt getrunken), Marc de Garlaban.

Freitag 1. 6. 2001

Frühstück wie immer. Abfahrt bei frischem und kräftigen Mistral-Wind. Es ist mindestens 10°C kühler als am Vortag, für uns Mitteleuropäer also sehr angenehm. Erstes Ziel war heute "Pernes-Les-Fontaines". Pernes-Les-FontainesDort machten wir einen Stadtrundgang und besichtigten neben den vielen Brunnen auch die berühmten Fresken aus dem 13. Jahrhundert im "Tour Ferrande". Der Schlüssel inklusive einer jungen hübschen Dame mussten allerdings im I-Punkt abgeholt werden. Tolle Fresken, tolle damit dargestellte Geschichte (Ende der Staufer-Ära). Weiter gings nach "Carpentras" zum supergroßen Freitagsmarkt. Eine bunte Mischung von allen erdenklichen Marktgegenständen und Nahrungsmitteln, hochinteressant.Ein typischer Provence-Marktstand -aus DuMont-Reiseführer Wir haben dort Oliven, Knoblauch und 2 Basilikumpflanzen gekauft. Der Altstadtbereich bietet tolle Bauwerke, Passagen, Läden und Gassen. Diese Stadt erschien mir interessanter als Apt. Ein Tipp: Kostenloses Parken hinter dem "Hôtel Dieu", dem örtlichen Krankenhaus. Von dort kommt man direkt in 2 Minuten ins Zentrum. Nach einem Rundgang haben wir einen Kaffee getrunken und sind auf das erste Stehklo unserer Reise getroffen. Anschließend ging es nochmals nach "Venasque", welches wir auf Grund der Hitze ein paar Tage zuvor nicht genau angeschaut hatten. Diesmal kamen wir von der anderen Seite. Wieder beeindruckte die Aussicht nach allen Seiten, es war einen zweiten Besuch wert. Wir schauten schon mal nach möglichen Unterkünften für einen weiteren Urlaub in der Provence, dieser Ort würde uns sehr gefallen. Das "Baptisterium" war allerdings auch heute nicht geöffnet und hatte eine zu große Mittagspause.

Provencelandschaft - aus DuMont-Reiseführer
Über den "Col de Murs" (tolle Landschaft, Akazienhonig) ging's Richtung "Roussillon", wo wir bei einem direkt vor dem Ort befindlichen Winzer (M. und Mme. Chasson - Château Blanc) Weine probierten und kauften. Der Grund für den Besuch dort war der "Vin d'Été", den wir im Hotel getrunken hatten.Sommerwein - eiskalt zu trinken Rückfahrt nach "L'Isle sur la Sorgue", unterwegs noch schnell ein Olivenbäumchen und ein Lorbeerbäumchen gekauft. In "L'Isle sur la Sorgue" kauften wir im "Les Delices de Luberon" verschiedene Tapenaden und einen Oliventeller, sowie einen Akazienhonig wegen dem "Kekicol". Abends trafen wir uns mit unseren Nachbarn in "L'Isle sur la Sorgue", machten dort einen gemeinsamen Rundgang und beendeten den letzten Abend mit einem gemeinsamen Essen in unserem Hotel "Pescador". Vorspeisen wie immer (inkl. neuer Angebote wie z.B. Spargelsalat), Straußenschnitzel in Pilzsoße, nochmals Coquille St. Jacques in Safransoße, Cassis-Sorbet mit Marc de Garlaban und Fraises Melba. Nach der Verabschiedung der Nachbarn, welche wieder nach St. Rémy zurück mussten, gab's an der Bar noch ein paar Marc, teilweise vom Chef des Hause gespendet.

Samstag 2. 6. 2001

Abreisetag. Nach dem üblichen Frühstück wurde das Auto gepackt und die Rechnung beglichen. Wir wären gut dabei weggekommen, da die Wirtsleute einen ganzen Tag Halbpension vergessen hatten zu berechnen. Da wir aber zufrieden waren mit der Unterkunft und dem Essen, der auffälligen Sauberkeit und dem freundlichen Umgang miteinander meldeten wir diesen Fehler und zahlten nach, was mit Überraschung und Dankbarkeit zur Kenntnis genommen wurde. (Ich denke, solch ehrliche Gäste sind selten und wir hoffen, dadurch zum guten Image der Deutschen beigetragen zu haben). Wir fuhren sofort auf die Autobahn bei Avignon und bei starkem Mistral sowie tiefblauem wolkenfreien Himmel nach Norden. Bei entsprechendem Wetter wollten wir noch eine zusätzliche Nacht im Burgund verbringen. Doch es kam anders, erst kamen Wolken, dann Kälte, später der Regen. Wir verließen kurz die Autobahn bei "Dole" und kauften in dem nur 500 Meter von der Ausfahrt Dole entfernten "Cora Hypermarkt" größere Mengen französischer Nahrungsmittel (Fische, Pasteten, Käse, ...) und tankten das Auto nochmals voll. Kältebedingt froren wir ziemlich, hatte es doch nur noch 13°C und wir waren vom warmen Süden kommend falsch angezogen. Daher auf der weiteren Heimfahrt statt der Klimanlage die Heizung im Auto. So fuhren wir, ab Freiburg von heftigsten Regengüssen begleitet, ohne Unterbrechnung nach Hause. Rückkehr gegen 19.40 Uhr. Nach dem Ausladen und erstem Aufräumen gönnten wir uns einen Teller voll mitgebrachter Leckereien (Pasteten, Käse, Oliven, Baguette, ...).

Fazit der Reise:

Es war sehr schön, wir fahren dort nochmals hin und bereisen dann auch die großen bekannten Städte (Avignon, Marseille, Nimes), besuchen einige unserer Ziele von diesem Urlaub nochmals und bleiben auf jeden Fall zwei Wochen, eine ist entschieden zu kurz.

Und hier noch ein Hinweis:

Die Romane von Mayle, Peter: "Hotel Pastis" Droemer Knaur ISBN 3-426-19342-6 und "Mein Jahr in der Provence" und "Toujours Provence" Knaur ISBN 3-426-60286-5 spielen genau in der Gegend der oben geschilderten Provencereise. Sie sind auf Grund ihrer guten Übersetzungen, der fantastischen Beobachtungsgabe von P. Mayle und des hervorragenden Erzählstils sehr zu empfehlen. Frankreichkenner und Liebhaber der französischen Lebensart werden ihre Freude daran haben.