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Die Champagne und Normandie
August 2001

(Kurzreise vom 14. 8. - 24. 8. 2001)



(Die Fotos sind aus Prospekten und von Postkarten)

Empfohlene Führer und für Normalreisende bestens geeignet:

"Der Grüne Reiseführer" Elsaß-Lothringen-Champagne, Michelin-Reise-Verlag ISBN 2-06-000065-3
"Der Grüne Reiseführer" Normandie (+Kanalinseln), Michelin-Reise-Verlag ISBN 2-06-000040-8

Vorbemerkungen

Diese Urlaubsreise erfolgte kurzfristig und war daher nicht vorbereitet. Sie diente einem Besuch der Verwandtschaft in der Champagne mit ein wenig "Sightseeing" darum herum inklusive einem Abstecher nach Paris und ein paar Tagen Meer in der Normandie. Der Reisebericht ist daher etwas kürzer gefasst als die anderen. Aus Gründen des knapper werdenden Webspaces von T-online (max. 10 Mega) verzichte ich auf Vergrößerungsmöglichkeiten der einzelnen Abbildungen. Falls im einzelnen der Wunsch auf ein größeres Bild oder mehr Information auftreten sollte, kurzes E-Mail genügt.

Dienstag 14. 8. 2001

Abreise Weilheim um ca. 10.00 Uhr über die A8 nach Karlsruhe - Baden-Baden. Dort über den Rhein und auf der französischen Autobahn zuerst Richtung Straßburg und dann bei Hagenau durch die Vogesen. Wir verlassen bei Phalsbourg die gebührenpflichtige Autobahn und bewegen uns sehr angenehm auf National- und Departementstraßen weiter. Die Gegend von Lothringen ist besonders bei bestimmten Lichtverhältnissen interessant, weil dort die bereits abgeernteten Böden in all ihren Farben von fast weiß bis dunkelrot eine höchst interessante Stimmung verursachen. Unterbrechung der Fahrt in Verdun, einer Stadt am Rande der größten und verlustreichsten Einzelschlacht des 1. Weltkrieges an der deutsch-französischen Front.VerdunVerdun Verdun hat sich sehr herausgeputzt und ist eine Reise nicht nur wegen der Kriegsdenkmäler wert. Gegen 19.00 Uhr Ankunft bei der Verwandtschaft in Les Mesneux, 5 Autominuten südlich von Reims mitten im Champagneranbaugebiet gelegen.


Mittwoch 15. 8. 2001

Es ist einer der wichtigsten französischen Feiertage - Maria Himmelfahrt. Vormittags Besuch von Reims, kleiner Spaziergang durch die Fußgängerzonen und Besuch des Doms.

Dom in ReimsDom in Reims
Dort war gerade der Gottesdienst zu Ende und der Bischof höchstpersönlich verabschiedete die Besucher per Händedruck. Nachmittags Besuch des neuen Weinbaumuseeums in Verzenay (Musée de la Vigne) .Museeum in Verzenay Dort erfahren wir alles über die Herstellung des Champagners und der Geschichte der Gegend. Das Museeum verfügt über eine nette informative Homepage in 3 Sprachen. (http://www.lepharedeverzenay.com) Berühmte Champgner-Kellereien haben wir diesmal nicht besucht, da wir diese bereits von früheren Besuchen in Reims kennen (z.B. bei "Mercier" mit der Eisenbahn durch die Keller).


Donnerstag 16. 8. 2001

Heute stand ein Ausflug nach Paris an. Da jeder von uns schon mehrmals in Paris war, beschränkten wir uns auf eine gemütliche Tagestour, allerdings war es sehr heiß. Wir mussten eine Person der mitgereisten Verwandtschaft an der Opera aussteigen lassen,Opéra in Paris daher fuhren wir direkt dorthin. Was das Fahren anbelangt, ist von einem Besuch mit dem eigenen Fahrzeug normalerweise abzuraten, aber im August sind alle Pariser weg und nur die Touristen bevölkern die Stadt. Da kann man es mit dem Auto schon riskieren. Direkt hinter der Opera liegt das berühmte Kaufhaus "Galeries Lafayette" (http://www.galerieslafayette.com) mit einer praktischen, wenn auch äußerst engen und niedrigen Tiefgarage, aber einer tollen Aussicht von dem berühmten Dach.Kaufhaus Lafayette Dies nutzten wir beides und bewegten uns anschließend nur noch zu Fuß oder mit der Metro fort. Der Spaziergang führte uns an der Kirche "Madelaine" vorbei zur "Champs Elysées" mit Nobelläden und Tausenden interessanter Menschen aus aller Welt und weiter zum "Arc de Triomphe". Dieser kann bestiegen werden, wir begnügten uns aber mit einem Aufenthalt direkt darunter. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die Pariser Prachtstraße. Weiter mit der Metro zum Eiffelturm, wo wir auf eine riesige Menge Menschen trafen, welche alle auf den Aufzug nach oben warteten. Also gings zu Fuß rauf (nicht so schlimm, wie manche denken, die Treppen sind angenehm breit und scheinen sicher). Das letzte Stück geht nur mit dem Aufzug, daher haben wir verzichtet, die Aussicht genossen und uns einen kühlen Drink gegönnt. Abstieg und weiter zum "Trocadero", von welchem aus man einen fantastischen Blick auf den Eiffelturm hat.

Arc de TriompheEiffelturm
Mit der Metro gings zurück zum Auto. Mit der Heimfahrt nach Reims endet ein schöner und angenehmer Ausflugstag in die französische Hauptstadt, obwohl wir nur einen winzigen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten dieser Stadt mitbekommen haben. Dazu müsste man wenigstens 4-5 Tage dort bleiben. Fazit: Das Flair, die Ausstrahlung und die vielen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt sollte jeder mal selbst erleben. Ein Besuch lohnt sich immer. Wer schon mal etwas erfahren möchte, hier kann man es finden (http://www.parisparis.com/fr/index.html)(z.B. im Menue dieser Seite "Monumente" oder "Museen" anklicken und dann das raussuchen, was man kennenlernen möchte, die Seiten gibt es wahlweise in Französisch oder Englisch)

Freitag 17. 8. 2001

Nach einem gemütlichen Vormittag gibt es einen kleinen Ausflug in die Umgebung. Dabei besuchten wir die Stadt "Laon", welche sich in die Altstadt (auf einem Bergrücken) und die Neustadt teilt.LaonLaon Vom Bahnhof führt eine Schrägbahn auf den Berg zur mittelalterlichen Altstadt mit großer Geschichte und noch vielen alten Gebäuden. Spaziergang durch den Ort, Besichtigung der Kathedrale und anderer alter Stätten, Kaffeetrinken und abends wieder zurück nach Reims. Dort erwartet uns eine kleine Verkaufsschau für ein interessantes Backgeräteprodukt, von deren Wirkung wir uns überzeugen konnten (viel gegessen und viel gekauft:-)). Wen es interessiert: (http://www.flexipan.com)

Samstag 18. 8. 2001

Der heutige Ausflug führte uns nach "Lille", einer der größeren Städte in Frankreich. Meine Verwandtschaft hatte dort etwas zu erledigen, sonst hätten wir diesen großen Ausflug nicht gemacht. Sehenswert in dieser riesigen Industriestadt ist die Altstadt (mittlerweile sehr schön renoviert), die Kathedrale "Notre-Dames de la Treille" und der Marktplatz mit seinen tollen historischen Gebäuden.

Lille
In der Kathedrale erhielten wir eine kostenlose klasse Führung von einer superhübschen Kunstgeschichtsstudentin. Dadurch wurde dies der Höhepunkt des Ausfluges mit tollen Informationen, welche wir sonst nicht erhalten hätten.

Sonntag 19. 8. 2001

Der Aufenthalt bei der Verwandtschaft ging zu Ende. Wir brachen auf in die Normandie. Aber wie immer auf unseren Reisen gibt es unterwegs auch noch viel zu sehen.

Soissons
"Soissons" - hier vor allem die Ruine von "St. Jean des Vignes", ein sehr beeindruckender Rest einer großen Kirche.
Compiègne
"Compiegne" - dort gibt es mitten im riesigen Wald von Compiegne ein Denkmal, welches an den Ort des Waffenstillstands von 1918 (Ende 1. Weltkrieg) erinnert. Der Eisenbahnwagon ist auch noch da und ein kurzes Stück Schiene. An genau derselben Stelle ließ Hitler die Kapitulation Frankreichs im 2. Weltkrieg unterzeichnen.
BeauvaisBeauvais
"Beauvais" - besonders sehenswert ist hier die Kathedrale "Saint-Pierre". Ein riesiges Bauwerk aus dem 13. und 16. Jahrhundert. Damals ist ein Teil ein paar Mal eingefallen und heute noch im hinteren Teil durch große Holzbalken gestützt. Das geplante Kirchenschiff fehlt. Beeindruckend ist die Höhe des Chores, der noch fest und unverändert ohne Stützen dasteht.
Normandie-Ostteil
Dann erreichen wir gegen Spätnachmittag das Meer (Ärmelkanal) in "Fecamp", von da weiter nach "Yport", einem kleinen ehemaligen Fischerort zwischen Fecamp und Etretat gelegen.
YportHotel in Yport
Dort beziehen wir unser vorbestelltes Zimmer im "Hôtel Normande" für 3 Nächte. Essen im Hotel war sehr ordentlich. Gute Idee für einen Schnaps zwischendurch - "Le Trou Normande": Hier eine Kugel Apfelsorbet mit Calvados

Montag 20. 8. 2001


Fecamp

Ausflug nach "Fecamp" und Umgebung. Zuerst besuchten wir das "Palais Bénédictine", wo der gleichnamige weltberühmte Likör hergestellt wir.

BénédictineFecamp
Im Eintrittspreis enthalten war ein Besuch der zur Zeit dort stattfindenden Vasarely-Ausstellung. Weiter gings zur "Église St. Etienne" und zur "Abbatiale de la Ste-Trinité".Dort gibt es neben der baulichen Schönheit auch noch eine riesige astronomische Uhr. Anschließend fahren wir mit dem Auto auf die östliche Uferanhöhe der Stadt (ca. 100 Meter hoch) und besichtigen dort die kleine Kapelle "Notre Dame de Salut", wo an die vielen auf See umgekommenen Bewohner der Stadt erinnert wird , sowie eine mächtige deutsche Befestigungsanlage aus dem 2. Weltkrieg. Wir verlassen Fecamp und fahren auf kleinen Nebenstraßen an der Küste entlang Richtung Osten. Dort finden wir drei kleine und verträumte, überwiegend tourismusfreie Buchten. Eine davon haben wir dann am nächsten Tag für einen "Strandtag" besucht. Abends Essen im Hotel.

Dienstag 21. 8. 2001

Der Tagesausflug führt uns nach "Etretat", von dem es heißt, man habe die Normandie nicht richtig gesehen, wenn man dort nicht wenigstens ein Mal war.Etretat Fazit: Viele Touristen in atemberaubend schöner Landschaft. Auf der östlichen Anhöhe der Steilküste (Falaise) besuchen wir ein Fliegerdenkmal, das zwei Franzosen gewidmet ist, welche als erste versucht hatten, mit dem Flugzeug ohne Zwischenhalt nach Amerika zu fliegen. Sie kamen nicht mehr zurück. Einkauf für den Strandnachmittag (Essen und Getränke) am Strand in "Grandes Dalles" östlich von Fecamp (siehe Bericht vom Vortag). Beeindruckend ist in der Normandie, so auch an diesem Strand, das Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut (mehrere Meter Unterschied). Abends Essen in der "Auberge du Fond Pitron" an der D940, westliche Abzweigung nach Yport. Gute Dessert-Idee: Soufflée Bénédictine - gefroren.

Mittwoch 21. 8. 2001

Wir verlassen Yport und fahren nach Le Havre, einer großen Hafenstadt an der Seine-Mündung. Pont de NormandieDort überqueren wir die neue riesige Hängebrücke "Pont de Normandie". Beeindruckendes Bauwerk. Weiter geht es durch die bereits im 19. Jahrhundert berühmten Badeorte mit viel nordischem Mittelmeerflair und Jetset: "Honfleurs", "Trouville", "Deauville", "Houlgate", "Cabourg". Weiter durch ruhigere Ortschaften, immer der Küste entlang. Essensunterbrechung in "St. Aubin sur Mer" (Essensidee: Pfannkuchen mit verschiedener Füllung überbacken). Wir erreichen "Arromanche" und damit holt uns auch der 2. Weltkrieg heftig ein. "Arromanche" liegt am Juno-Beach (Deckname bei der Landung der Allierten am 6. Juni 1944). Die Reste des künstlich angelegten Kriegshafens sind noch im Meer erkennbar, besonders bei Ebbe. Karte Landung der Alliierten 1944Überall stehen von nun ab in allen Dörfern und Stränden über ca. 80 Kilometer Denkmale der Franzosen, Engländer und Amerikaner, Musseen zum sogenannten D-Day, Ausstellungen von Kriegsmaterial aus der damaligen Schlacht (Privatsammler), Soldatenfriedhöfe. Ein regelrechter Kriegstourismus der Engländer, Amerikaner und der Franzosen ist zu erkennen und stimmen bedenklich. Heldenverehrung contra Einzelschicksale.

Arromanche 1944Arromanche heute

Die Wahrheit der Kämpfe und ihrer Folgen ist nur auf den Soldatenfriedhöfen zu sehen, wo der Schrecken des Krieges Namen statt Zahlen bekommt. Wir fahren weiter an der Küste entlang - Gold-Beach, Omaha-Beach. Dort landeten seinerzeit unter riesigen Verlusten beider Seiten die Amerikaner, dort befindet sich unser Ziel: "Vierville sur Mer".Vierville sur Mer 2 Kilometer vom Strand entfernt im Landesinnern haben wir für 2 Nächte ein wunderschönes Zimmer auf einem Bauernhof gebucht (Chambre d'Hôte), sehr zu empfehlen (E-Mail: elisabeth.dherouville@libertysurf.fr). Bauernhof, wo wir unser Zimmer hattenAuf dem Weg zum Abendessen besuchen wir noch ein privates Museeum zum Krieg am Omaha Beach und die riesige Bunkeranlage "Pointe du Hoc", die heute eine Gedenkstätte der Amerikaner ist. Abends Essen im kleinen Hafenstädtchen "Grandcamp-Maisy" im Restaurant "La Belle Marinière", einem sehr guten Tip unserer Zimmer-Vermieterin.

Donnerstag 22. 8. 2001

Der Tag wurde wieder eingeteilt in Besuchsvormittag und Strandnachmittag. So fuhren wir am Vormittag nach Bayeux, wo uns neben der Kathedrale besonders der weltberühmte gestickte, 70 Meter lange Wandteppich interessierte, die "Tappisserie de Bayeux".

Teppich in Bayeux
Teppich in Bayeux
Die Motive dieses Teppichs erzählen die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer und berichten nebenher vom Leben zu dieser Zeit (11. Jahrhundert). Die Idee, bereits vormittags diesen Teppich anzuschauen, hatten allerdings noch hunderte Andere. Aber irgendwann waren wir auch drin und konnten mit einem Hörgerät die deutsche Erklärung der Geschichte vernehmen. Auf dem Rückweg besuchten wir einen der 6 deutschen Soldatenfriedhöfe in der Normandie, den Friedhof von La Cambe. Er ist hervorragend gestaltet, äußerst gepflegt und hat ein sehr interessantes Informationszentrum. Was uns besonders freute war die Tatsache, dass viele Nichtdeutsche diesen Friedhof besuchten. Deutscher Soldatenfriedhof La CambeEs liegen dort über 21 222 deutsche Kriegstote begraben, viele zwischen 18 und 20 Jahren alt, wie man den Tafeln entnehmen kann und meist zwischen dem 6. Juni und 20. August 1944 gefallen. Dieser und viele andere Soldatenfriedhöfe werden vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. unterhalten, welcher jährlich im November eine Sammlung veranstaltet. Diese Spenden scheinen mir einem guten Zweck zu dienen, da nicht nur die Gräber gepflegt werden, sondern diese dann als informatives Mahnmal für den Frieden einen besseren Zweck erfüllen als die vielen Monumente.
Nachmittags besuchten wir den Strand von Vierville sur Mer (siehe Bild von Vierville sur Mer weiter oben im Bericht), ein meist nur von Einheimischen besuchter riesiger Sandstrand. Für uns interessant war, dass bei Flut das Wasser bis an die Uferbefestigung geht, sich bei Ebbe aber ca. 500 m zurückzieht und man dann nur noch eine riesige Fläche Sand vor sich hat. Das Wasser war super sauber und angenehm in der Temperatur. Abends ging es wieder ins gleiche Restaurant wie am Vortag.

Freitag 23. 8. 2001

Rückreisetag. Wir fuhren nochmals zu "unserem" Strand. Es herrschte starker Dunst, die Sonne kam nicht ganz durch, nur teilweise, der Meereshorizont verschwamm im Nebel, eine tolle Morgenstimmung, Ebbe, viel Sand, nur ein sportliches Pärchen rannte frühsportmäßig hinaus zum Wasser, ein älter Franzose kam uns mit einer Einkaufstüte und einem Baguette unter dem Arm auf der Ufermauer entgegen, Stille, nur ein fernes Rauschen des Meeres. Diesen letzten Eindruck nahmen wir mit nach Hause. Die Rückfahrt verlief reibungslos, eine kleine Unterbrechung in Reims nutzten wir zur Erholung und zum Essen. Rückkehr gegen 22.30 nach Weilheim.