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Burgund in 1 Woche - August 2000

(Zum Nachreisen für Geschichts- und Gastronomieinteressierte mit Abstecher ins Beaujolais)

Die Bilder sind von Prospekten und Postkarten. Einige kann man zum Vergrößern anklicken, dann wieder zurück mit Mausklick auf das Bild.

Mittwoch 16.8.00

Wir sind (wie immer) nicht zu der gewünschten Zeit weggekommen, aber noch im sinnvollen und gemütlichen Bereich. Die A8 wie immer mit viel Verkehr, Abkürzung um Heimsheim herum bringt uns keine zeitlichen Vorteile.Burgundkarte-Anklicken für DetailsAb Straßbourg Parallelweg am Rhein auf französischer Seite gesucht (direkt am Ufer entlang und sehr ruhig - nur für Insider) und nach einigen Irrungen auch gefunden. 2 Bäckereien angefahren, kleines Pickinicki in einem Wäldchen, Wetter gut, schön warm. Weiter geht’s an Colmar vorbei über Mulhouse, Belfort, Besancon nach Dole. In dieser Gegend trennt sich die Autonbahn. Wir fahren Richtung Beaune, von dort Richtung Paris.Châteauneuf-en-Auxois Kurz vor dem Ziel besuchen wir ein über dem Tal sehr eindrucksvoll thronendes Gemäuer (majestätisch gelegen). Das ganze läuft unter dem Namen "Châteauneuf". Wirklich sehenswert, Aussicht absolute Spitze, Führer weniger - hatte große Alkoholfahne und war lustlos. Besser war dann unser Hotel: Loriot in Précy-sous-Thil, Zimmer Nr. 5, nicht zur Straße. Halbpension 125 € p.P. (d.h. Frühstück + Vorspeise, Hauptspeise, Käseplatte, Dessert). Äußerst empfehlenswert, aber nicht weitersagen, sonst reichen die Zimmer nicht für alle. :-))Unser Hotel für 1 Woche Erster Abend bereits ganz ordentlich: Krabbensalat auf Salat mit Senfsoße, Zanderfilet mit Zitronensoße und Broccoli, Käseplatte, Gefrorenes aus verschiedenen Früchten, Wein: Chardonnay vieilles vingnes

Donnerstag 17. 8. 00

Nach dem normalen Frühstück (Kaffee, Saft, Croissants, Marmelade und Baguette) Abfahrt nach Dijon. Le Palais des DucsParkhaustipp der Loriot-Chefin war perfekt (Parkhaus heißt Dauphiné). Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Palast - gute Führung in Deutsch mit moderner Technik, Kirchen,... Dijon und seine Sehenswürdigkeiten sind so umfangreich, dass hier zu wenig Platz ist für eine ausführliche Schilderung.
Grab der Herzöge von Burgund
Es gibt genügend Führer in den Buchläden und Hinweise im Internet. Zwischenmahlzeit (Gebäck) war ein Flop. Gegen Ende eines gelungenen Tages (nach Dijon gehen wir auf jeden Fall nochmals) Rückkehr ins Hotel (schöne Landschaft, Stausee, gerade Straße bis zum Horizont)
Einnehmen einer guten Mahlzeit: Apperitif mit Wurstplatte, eingelegte Champignons mit Tomatensoße, Coquilles St. Jacques (additiv 11,75 €), Truthahn mit Reis, Käseplatte, gefrorenes Orangenmousse. Wein: Marsannay weiß, trocken.

Nachbemerkung: In Dijon sahen wir eine vorher nie gesehene Anhäufung hübscher, gut gebauter, netter und erotischer junger Frauen. Auch Elisabeth stimmte dieser Feststellung zu.

Freitag 18. 8. 00

Nach dem üblichen Frühstück Abfahrt gegen 10 Uhr nach Bourbilly, einem abseits gelegenen historischen Schloss - wurde aber nur von außen besichtigt. Weiterfahrt nach Epoisses, der Stadt des bekannten gleichnamigen Käses.
Epoisses-KäseSchloss von Epoisses
Auch dort Schloss und Park nur von außen besichtigt ( Junger Wächter lässt uns ein paar Schritte rein).Semur en Auxois Nach diesen Appetitmachern ging es ans Eingemachte: Semur-en-Auxois ! Nach einer heißen Rundfahrt durch Einbahnstraßen, enge Hoppelgassen und steilen An-und Abstiegen auf der Suche nach einem Parkplatz (doch außerhalb geparkt) besuchen wir nach einem Aufstieg in die Altstadt die Kirche Notre-Dame. Der Besuch wurde durch die Mittagspause des Küsters jäh unterbrochen, aber nach 2 Stunden fortgesetzt, guter schriftlicher Kirchenführer, äußere Fassade sehenswert mit vielen netten Entdeckungsmöglichkeiten wie z. B. Porte des Bleds (Hl. Thomas, 2 Schnecken an der Säule, nette Figurengeschichte). Zur Zeit unseres Besuches war ein großes Kunsthandwerkertreffen auf die ganze Stadt verteilt.
Anschließend erfolgte der Besuch von
Château de Bussy-Rabutin - Château de Bussy-Rabutin (Super Irrgarten, interessanter Lebenslauf des Schlosserbauers)
Statue des Vercingetorix - Alesia (Ausgrabungen, Denkmal von Vercingetorix ** Asterix und Miraculix-Gefühle kommen auf)
- Seine-Quelle (eigentlich Stadt Paris, da dieses Waldstück per Gesetz offiziell zur Stadt Paris gehört, Münze geopfert)
- St. Seine L’Abbay (auch eine Quelle, tolle Kirche)
Danach geruhsame Heimfahrt ins Hotel, Bier und Orangina im Garten, Planungen.
Überraschung des Tages: Alle Halbpensionsgäste essen heute "à la Carte" d. h. völlig freie Wahl aus der Karte:
Elisabeth: Langustine (sehr gut), Charolais-Entrecôte mit Sauce Bearnaise und tollen Beilagen, Feuilletines de poire
Günther: 12 Schnecken Burgunder Art, Fleisch wie Elisabeth, Cassis-Parfait mit Marc de Bourgogne. Danach auf auf Käse verzichtet (Sättigungsgrad war zu hoch) Kaffee, Wein, Marsannay rot (sehr gut)

Samstag 19. 8. 2000

Nach einer leicht gestörten Nacht (Nachbarn im Innenhof und starkes Gewitter) sowie dem üblichen Frühstück gings bei bedecktem Himmel und leichtem Regen los nach Autun (sehr kurvig, Wohnwagen, Holztransporter aus Tschechien). Suche nach Parkplatz war zeitraubend, endete jedoch gut (großer kostenloser Parkplatz beim Rathaus). St. Lazarus in AutunPorte d'Arroux in AutunKirche St. Lazarus gleich gefunden. Sehr schönes riesiges Gebäude mit interessanten Kapitellen. Sonderausstellung eines Teils dieser Teile im Kapitelsaal (Angabe 50 Stufen hinauf in den Kapitelsaal war korrekt). Auch sehenswert ist das Portal (Tympanon). Elisabeth arbeitete sich tapfer durch den Führer, ich gab wegen Genickstarre frühzeitig auf und ruhte mich nach einem kleinen Rundgang auf einer Parkbank unter Bäumen aus. Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich völlig geändert - nun blauer Himmel, Sonne, Wärme (zu warm angezogen = viel schwitz). Der Besuch des neben der Kirche gelegenen Museums Rolin (überall vielgepriesen) verläuft enttäuschend. Nur wenige Hightlights aus der Kirche und ordentlich Römisches. Nach einer Kaffeepause folgte eine kleine Rundfahrt durch die Stadt (Port St. André, großes römisches Theater).Weiterfahrt nach Saulieu zum großen Charolais-Rinder-Markt - Eintrittskarte Rinderfest in SaulieuSo eins haben wir gegessen
Tolles bäuerliches Ambiente, viele Kühe, tolle Bullen und Schafböcke (beeindruckende Kraftpakete mit großem "Gehänge"), Bauerntänze in Trachten, Ausstellungen (Französische Sprichwörter mit Erklärungen), Bier getrunken. Abends zurück zum Hotel - duschen, ausruhen, Essen erwarten. Die Chefin und die Bedienung waren außergewöhnlich hergerichtet (Kosmetik, Kleidung)-samstags ist das in Frankreich wohl immer so. Terrine de Canard, Kalbsnieren mit div. Beilagen, Käseplatte (heute 4 Sorten genommen), Charlotte mousse au chocolat, Feuilletine au poire, Weißwein Côte de nuits.
Anschließend Spaziergang zu einem nahegelegenen Campingplatz - tote Hose. Zurück ins Hotel und in der Bar in gute Gespräche mit Einheimischen und dem Wirt eingestiegen (Wirt kennt Landesgeschichte, da die Gäste viel fragen und er in einem Büchlein nachschaut). Die anderen waren beide Lehrer "vor Ort" und auch schon mal in Deutschland- relativ gute Deutschkenntnisse. Viel Crémant (Sekt) getrunken. Der Abend endet mit schwerer Müdigkeit.

Sonntag 20. 8. 2000

Aufbruch nach dem Frühstück auf den Butte de Thil (alter Mann im altem Auto überredet uns, eine Eintrittskarte zu lösen). Beeindruckendes Gemäuer im Urzerfallszustand mit angefangener Reparatur (Kirche und Burganlage). Teil der Burg wird von dem Besitzer (Reicher aus Dijon) manchmal bewohnt. In St. Thibault (Theobald) führte eine gewisse Hartnäckigkeit von zwei deutschen Besuchern (wer war das wohl?) zur am Morgen vergessenen Öffnung der Kirche (langes Fragen nach Schlüsselbesitzer).

St. Thibault - Kirche
Freundlicher Mann (Bürgermeister) trat in Erscheinung, berichtete von seiner Zwangsarbeit im Raum Göppingen und öffnete außer der Kirche auch die sonst verschlossene Kapelle mit dem Reliquienschrein (angegriffen). Kirche filigran aber hoch, beeindruckend.
Château de Commarin Weiterfahrt zum Château Commarin (viele Maler/innen und geschlossen (Mittagspause). Weiter zum vielgelobten mittelalterlichen und auf einem hohen Berg gelegenen Flavigny. Platzen dort in die Mittagsandacht mit Gesang von noch erstaunlich vielen Mönchen. Flavingny sur OzerainGute Landfrauenbewirtung (Brot mit Ziegenkäse überbacken auf grünem Salat) - sonst "tote Hose". Meine Begründung: Die im Ort hausenden oder studierenden Jungmönche sollen nicht von guten weltlichen Dingen verführt werden.
Château de MontfortWeiter geht’s zur Ruine von Montfort, kurz unterbrochen durch den Besuch des auf einem Hügel wunderschön gelegenen Schlosses Château Lantilly (Klingeln, Eintritt frei, tolle Aussicht in die Natur, steinalte riesige Bäume). In der Ruine von Montfort exzellente Führung durch eine ältere Dame (tolle Geschichte, Förderverein, lange interessante Ausführungen mit viel Herzblut). Gründliche Überlegungen der "Reiseleiterin" Elisabeth bringen uns zum Zisterzienserkirchlein Montréal (immer ohne Turm wie in Maulbronn oder Fontenay ). Durch falsches Deuten einer Sperrtafel langen schweißtreibenden Weg wegen Zeitnot in Kauf genommen (was sich auch als falsch herausstellte, die Öffnungszeiten im Führer stimmten nicht). "Gott sei Dank" war die Kirche noch offen und konnte so ihre Schätze offenbaren (Schnitzereien am Gestühl). Rechtzeitige Rückkehr zum Essen bringt Sprudel und Bier, Rosé Marsannay, Avocadosalat, Gebratenes Schwein in Senfsoße, Käse (heute weniger genommen), Coupe Bourguignonne (Cassis, Marc), Caramele-Amande-Parfait, Kaffee wie immer.

Montag 21. 8. 2000

Über Nacht kam das schlechte Wetter- Regen und mind. 10-15 °C kälter. AuxerreNach dem üblichen Frühstück fahren wir auf der Autobahn nach Auxerre (dort kein Regen, heller). Nach der Enttäuschung bei einem früheren Besuch anlässlich einer anderen Burgundreise waren wir gespannt, was uns heute erwartete. Eine erste Rundfahrt brachte erste Eindrücke von noch nicht erforschten Fußgängerzonen und Sehenswürdigkeiten. Anschließend Rundgang (Parkplatz wie beim letzten Mal am Ufer, dort gibt es einen I - Punkt).

Abbaye St. GermainSt. Etienne mit Krypta und guten Fresken St. Germain, Museum und höchstbewachte Krypta mit dem Heiligen noch vor Ort (Germain), Tour d’Horloge (sehr schön), Zwischenmahlzeit so la la, Parfumerie (sehr erfolgreich, aber teuer), Salat von Monoprix auf der Straße, Rundgang Fußgängerzone.

Weiterfahrt zum Kloster Pontigny - tolle Anlage aus alten Zeiten mit vielen höchstbekannten Besuchern und Bewohnern in früheren Jahren (z. B. Thomas Becket).
Abbaye de Pontigny Anschließend Rückkehr im strömenden Regen zur Einnahme der Mahlzeit: Froschschenkel ohne Knochen überbacken, Coquilles St. Jacques (wie gehabt), Dorade gegrillt mit Soße, Käse, Crème brûlée aux raisins macérés au marc de Bourgogne, Parfait glacé au praliné et aux amandes caramelisées, Kaffee comme toujours.
Nach Spaziergang in der Bar verhockt. Alle Eigentümer- und sonstige Verhältnisse geklärt. Vermutung: Chefin hat was mit dem Koch. Angeregtes Gespräch mit dem Wirt über alles.

Dienstag 22. 8. 2000

Frühstück wie immer. Rechnung war korrekt wie vorausberechnet, Abreise bei viel Nebel und Kälte, trotzdem leichte Kleidung. Marsanny la Côte (Suche nach Weinhändler Hugenot, dessen Wein wir im Hotel getrunken hatten, war nicht erfolgreich, da dieser sich im Urlaub befand. Château du Clos de VougeotAbtei CîteauxWeiter zum wichtigen Clos de Vougeot (Führung, Chevalliers de Taste Vin).
Im Rahmen der Zisterziensergeschichte ist es wichtig, den Ausgangsort kennenzulernen, das Kloster Cîteaux. Es ist nicht mehr viel da, die angebotene medidative Führung hat uns nicht angemacht. Abbatiale St. PhilibertTurnus ist dagegen ein Besuch wert - schöne romanische Kirche mit Besonderheiten, z. B. Aufstieg ins Zwischendeck und Betrachtung der Innenkirche von oben.
Die Übernachtungsstation Volets bleu in Le Pérreon, mitten im Weinbaugebiet Beaujolais gelegen, war vorbestellt. Abends Fahrt nach Lyon ins Casino Charbonnière, gutes Essen inmitten des Höllenlärms von Hunderten von Automaten. Am Automaten 14 € verzockt.

Mittwoch 23. 8. 2000

Nach dem Frühstück Ausflug nach Villefranche (Super Wetter, buntbemalte romanisch-gotische Kirche, Suche nach I - Punkt schwierig, super Gebäck gekauft ).Weingegend Beaujolais Rundfahrt durch das Beaujolais, Kirche in Marchampt (steinalt aber gut), kameraüberwachte Kirche in Beaujeu (Bilder werden ins Museum übertragen). Nach Refreshing zu Vernus, meinem seit vielen Jahren bewährten Weinhändler, Einer der vielen WeinkellerWeinprobe, anschließend ins Gartenrestaurant Beaujolais in Blazeret - gut gegessen: Krautterrine, Fischterrine mit Joghurtsoße, Noisette d’Agneau mit Beilagen, Huhn provenciale, Kartoffelpfannkuchen, Sorbêt mit Erdbeeren und Alkohol, Winzerbecher (Cassis+Marc), Côte du Rhône, Kaffee.

Weinblatt Donnerstag 24. 8. 2000

Nach dem üblichen französischen Frühstück und dem Beladen des Autos kurzer Gang über den Wochenmarkt von Le Pérreon vor dem Hotel (hat uns bereits um 5.30 Uhr mit Aufbaulärm geweckt). Abfahrt gegen 11.30 Uhr über Land. Bringt uns keinen zeitlichen Vorteil, obwohl kürzer. Bei Dôle besuchen wir einen neuen, supermodernen riesigen Supermarkt (Cora, Einkauf von Coquilles St. Jacques mit viel Eis, da im Freien weit über 30 °C, Porzellanschalen, Käse), die elektrische Autokühlbox bewährt sich wieder mal.
Weiter geht’s ins Elsaß. In Marckoltsheim im Lokal Auberge du Rhin gegessen. Salat mit Innereien, Salat Nicoise, Tarte Flambee, Kalbsschnitzel mit Pfifferlingen, Bier, Kaffee, Riesling.
Überfahrt über den Rhein bei Rhinau und Kappel in grandioser Manier (neue Fähre, Ruckzuckverfahren, Dauer 5 Minuten vom Ankommen am Ufer bis zur Weiterfahrt auf der anderen Seite). Gegen 23 Uhr sind wir wieder zu Hause.