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Die Nord-Auvergne - August 1998

(Inklusive Sehenswürdigkeiten bei der An- und Rückreise)

(Die Fotos sind alle aus Prospekten oder von Postkarten - Ein paar davon kann man zum Vergrößern anklicken, zurück mit Mausklick auf das Bild)

Die Karte (Anklicken für Detailansicht):

Kartenübersicht Auvergne

Montag, 10. 8. 1998

Nach einem kurzen Frühstück ging es um 7.30 Uhr los von Weilheim/Teck über Freiburg, Besacon nach Beaune (Burgund). Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Beaune ist das L'Hotel Dieu de Beaune von 1443, ein ehemaliges Hospital.L'Hotel de Dieu in BeauneL'Hotel de Dieu in Beaune - Innenleben Dort schlossen wir uns einer Führung an und waren von der Ausstattung und der Art früherer Hilfeleistung tief beeindruckt. Die Bilder vermitteln ein wenig von der Atmosphäre dort.




Weiter ging es über Moulins nach Agonges, unserer Niederlassung für 3 Nächte, mitten in der kargen Landschaft der Nordauvergne. Dort haben wir dann die Besitzer näher kennengelernt - Chantal und Philippe Schwartz. Er arbeitet in Paris bei der Presse, hatte aber gerade Urlaub. Wie PensionszimmerVon ihm stammt das erste französische Essen (mit italienischem Einschlag) auf dieser Reise: Tomaten mit Mozarella, Huhn mit Auberginen, Zucchini, südlichen Gewürzen und 1 Schuss Zwetschgenwasser, Beilage Reis. Als Nachtisch Fromage blanc mit Zimt- und Zucker. Unterkunft für die ersten 3 Tage bei Fam. Schwartz Zum Haus gehören außer der Familie noch 1 Hund, 1 Kater, 5 Schafe und 1 Pferd.

Dienstag, 11. 8. 1998

Auf ging's zur ersten großen Besichtigungstour. Unser Wohnort Agonges selbst und die Orte St. Menoux, Souvigny und Moulins stehen auf "Gutemines" Liste. Agonges besitzt eine kleine, aber höchst interessante alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Bilder davon gibt es leider nicht. Die Fahrt bei heißen Temperaturen im klimatisierten Auto bringt uns weiter nach St. Menoux.Chor von St. MenouxHier kommt der Kopf rein Beeindruckend ist die Größe, aber auch die Ungepflegtheit dieses großen Gebäudes. Hinter dem Chor ist das sogenannte "Débrédinoire", ein Sarkophag. Er enthält die Gebeine des heiligen Menoux. Wenn man verblödet ist (Bredins) oder im Kopf krank ist, steckt man diesen in das große torbogenförmige Loch (siehe Bild). Der Narthex war leider unzugänglich und völlig von Tauben verschissen.

Weiter ging's nach Souvigny, der Grablege der Bourbonen, von denen die berühmte Lilie im Wappen vieler französischer Adelsgeschlechter stammt. Die Führung in der Kirche und dem dazugehörenden Kloster war sehr gut und wurde durch den Mittagsgesang der Mönche beendet.

In Moulins machten wir nur eine kurze Rast, besuchten den kleinen Teil der Altstadt und aßen Crêpes, die Stadt selbst haben wir auf Grund zu großer Hitze (ca. 40C im Schatten) nicht erkundet.

Altstadtausschnitt Moulins Hotel des ThermesNach der "Arbeit" das Vergnügen. Wir waren am Abend mit Chantal und Philippe beim Essen in Bourbon l'Archambault im "Hotel des Thermes", einem Kurhotelrestaurant. Sie kennen die Besitzer sehr gut. Das Ambiente und die Art des Service inklusive der Personen setzte uns in alte Zeiten zurück, wie man sie nur aus Filmen von früher kennt. Aber das Essen inmitten von Kurgästen (die allerdings früh ins Bett mussten) war klasse, vor allem vom Preis-Leistungs-Verhältnis her - 1 Menue kostete ca. 13.- : Suppe oder Crudité, Agneau (Lamm) mit pommes de terre, grüne Bohnen, Salat, Käseplatte, Nachtisch nach Wahl (Sorbets bzw. besondere Kuchen), zum Trinken Wasser und Rotwein ("St. Joseph").

Mittwoch, 12. 8. 1998

Heute wollten wir nicht zu viel anschauen, sondern uns ein wenig "relaxen". Daher gab es erst ein gemütliches Frühstück. Anschließend fuhren wir nach Bourbon-l'Archambault, der Wiege der Bourbonen.Ruinenrest von Bourbon-L'Archambault In und auf der Ruine (viel von der ehemals riesigen Anlage ist nicht mehr da) durften wir eine ausgezeichnete Führung miterleben. Die Burgruine wird gepflegt und erhalten von arbeitslosen Studenten/Studentinnen, das ganze gefördert vom französischen Staat.

Nach der Führung "gondelten" wir gemütlich zum "Forêt de Troncais", einem riesigen Eichenwald, welcher schon vor Hunderten von Jahren für den Schiffsbau angelegt worden war. Heute werden aus dem Holz die berühmten Eichenfässer hergestellt, um diverse alkoholische Getränke (Wein, Schnaps) darin zu lagern. In dem Waldgebiet gibt es den See "Bonnet", an dem wir uns ausgeruht haben.See von Saint-Bonnet Abends gings dann nochmals nach Bourbon l'Archambault, wo wir Chantal und Philippe im "Hotel des Thermes" zum Essen eingeladen haben: Geflügelterrine, Meeresfrüchte in cremiger Soße, überbacken mit Kartoffelbrei, Salate, Käseplatte, verschiedene Nachtische nach Wahl. Es war wieder so gut wie am Vortag.

Wir verlassen Agonges, kaufen in Sauvigny auf dem Markt noch Käse und Brot ein und fahren nach "Saint Pourcain sur Sioule". Von dort kommen die bekanntesten Weine der Auvergne. Die örtliche Kirche ist recht interessant (leider kein Bild). Nach dem Kauf von Trauben (zum Käse) gings weiter nach "Chareil-Cintrat". Dort war Mittagspause und alles zu. So zogen wir uns zur Schlossquelle zurück und aßen unser Mitgebrachtes (Picknick).

Auch die Benediktineranlage von "Chatelle" war noch geschlossen. So spazierten wir ein wenig herum und flüchteten vor der großen Hitze ins gekühlte Auto.

Zufällig entdeckte meine Frau an einer Straßenkreuzung einen Hinweis auf eine kleine, mittelalterliche, noch original erhaltene Stadtanlage - "Charroux". Wir fahren hin und genießen am Stadteingang einen herrlichen Blick weit über das Land. Die Stadt selbst überrascht uns durch ihre wirklich sehr alte Bausubstanz. Sie ist heute fest in Hand von Künstlern, Aussteigern und alternativ Lebenden. Auch berühmte Naturkost- und Heilmittel werden dort hergestellt und vertrieben. Nach einem kleinen Rundgang gehts weiter über "Ebreuil nach Chouvigny" an die "Gorges de la Sioule".Chouvigny im Val de Sioule Die Besichtigung der Festung von innen haben wir uns aus Geld- und Zeitgründen erspart (überteuerter Eintrittspreis). Die Fahrt endet an unserem "neuen" Domizil in "Epinasse-Vozelle". Gebäude und Parkanlage sind sehr beeindruckend. Die Chefin, ihr Sohn und das Innenleben des Gebäudes bedürften allerdings einer Generalüberholung. Motto der Eigentümer: Lieber weniger arbeiten und um so mehr repräsentieren.Château de Puy Vozelle - unsere 2.Unterkunft Zum Essen fahren wir nach "Vichy" ins Piquen Châgue, welches uns empfohlen worden war. Wir waren die einzigen Gäste (!): Menue um 15 bestehend aus Entrecôte bzw. Huhn mit Beilagen, Käseplatte und Nachtisch, alles nicht näher erwähnenswert.

Nach dem Essen gings ab ins abendliche Vichy-Kurleben (Stadtzentrum). Was wir dort sahen (Gigolos, dazu passende Frauen, Kleinorchester,...) versetzte uns wiederum um fast ein Jahrhundert zurück und veranlasste Elisabeth zu folgendem Satz: "Ich hätte nie gedacht, dass es so etwas tatsächlich gibt"So sieht es heute auch noch ausEines der älteren Bäder

Freitag, 14. 8. 1998

Heute verbrachten wir den halben Tag in Vichy mit Besichtigen der Stadt, Einkaufen, Geld holen und mehrmals Kaffee trinken. Nach unserer Rückkehr zur Wohnstätte organisierten wir selbst ein gepflegtes französisches Vesper mit Wurst, Käse, Brot und selbstverständlich Rotwein. Danach gings zur Entspannung in den Liegestuhl und ins Schwimmbecken. Ein schöner Sonnenuntergang rundete den gemütlichen Tag ab.

Modernes Thermalbad in Vichy

Samstag, 15. 8. 1998

Heute ging es ohne klares Ziel auf die Reise, heraus aus der Nord-Auvergne Richtung Osten. Irgendwo im Beaujolais wollten wir landen. "Gutemine" hatte wieder eine ausgezeichnete Tour zusammengestellt. Erstes Ziel war "Billy", wo wiir erneut eine sehr informative Führung hatten. Es folgte "Lapalisse", das wir in der in Frankreich üblichen mittäglichen "Geschlossenheit" antrafen. Dort tranken wir dann einen Kaffee in der Schlossgaststätte. Danach folgte die große Überraschung in "Chatel-Montagne" - die "Eglise Notre Dame", die für uns schönste, besterhaltenste und vom Baustil her reinste romanische Kirche auf unserer Reise.Eglise Notre Dame in Châtel MontagneChor von Notre Dame Sie gehört zu dem erlauchten Kreis der Niederlassungen des Klosters Cluny.

Über viele kleine malerische Straßen erreichten wir Roanne, eine große Stadt, welche wir allerdings nur zu einem Tankstopp nutzten. Über Berge und Täler gings weiter, bis plötzlich das traumhafte Beaujolais sich vor uns auftat. Wir fuhren durch kleine Weinortschaften und nahmen, weil es schon 18 Uhr war, das erste Hotel auf dem Weg - "Château des Loges". Nach all den Nächten in den Chambre d'hôte war es eine Wohltat, dass alles funktionierte und in Ordnung war.Hotel Château des Loges Abends gingen wir nach einer kleinen Weinprobe im Schloss zuerst zu unserem Haus- und Hoflieferanten André Vernus , um dort Wein einzukaufen. Er geleitete uns anschließend ins "Restaurant de Beaujolais" in "Blaceret": Terrine (Fisch und Fois gras), Lammkoteletts mit Pilzgemüse, Huhn in Wein mit scharfer Soße, Pfannkuchen, Käseplatte, Nachtisch nach Wahl (Erdbeeren, Sahne, Eis,Sorbet, ...). Der Tag endete daher mit einem gefüllten Bauch, was uns jedoch nicht von einem erholsamen Schlaf im Schlosshotel abhielt.

Sonntag, 16. 8. 1998

Die Reise neigte sich dem Ende zu. Nach einer Fahrt durch bekannte Weingebiete des Beaujolais (Beaujolais Villages - Régnié - Morgon - Chirouble - Fleurie) inklusive Weinproben und Kauf schreckte "Gutemine" plötzlich hoch: "Da müssen wir unbedingt auch noch hin - zu den Felsen von Solutré". Dort erwartete uns dann ein sehr schön und informativ gestaltetes Museum im Berg.Felsen von Solutré Wir nahmen an einer exzellenten elektronischen Führung in deutscher Sprache teil (erholsam für Günther:-). In dieser Gegend gibt es Fundstellen, welche auf das Jagdleben früherer Zeiten hinweisen (15000- 20000 v. Chr.). Dieses Museum war den kleinen Umweg wert und ist jedem zu empfehlen.

Die Heimreise über Macon - Pont de Vaux - Cuisery - Lohans - Lons le Saunier - Poligny - Arbois - Besancon und Baumes les Dames verlief stressfrei und störungslos. Gegen 23 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Kleine Bilanz der Reise: Gesamtstrecke: 2431 km, Autobahngebühren : 18,90 , Gesamtkosten (ohne Weinkauf): 810 .